Grundlagen zur Gefährdung durch Radon

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Durch die Berichterstattung in den Medien rückt das Thema „Gefährdung durch Radon“ mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Wir haben nachfolgend für den interessierten Leser bzw. die interessierte Leserin ein paar grundlegende Fakten zusammengetragen:

  • Was ist Radon?
  • Wie gefährlich ist Radon?
  • Befinde ich mich in einer Risikoregion?
  • Welche Grenzwerte gibt der Gesetzgeber vor?
  • Was kann dagegen getan werden?
  • Weiterführende Links

Was ist Radon?

Radon ist ein farbloses, geruchloses und geschmackloses radioaktives chemisches Element mit dem Symbol Rn aus der Gruppe der Edelgase. Mit einer Halbwertszeit von rund 3,8 Tagen ist das 222Rn das stabilste Isotop. Es geht als Zwischenprodukt der Zerfallsreihe 238Uran über 226Radium unter Aussendung von Alphateilchen hervor. Es tritt vor allem in Regionen auf, deren Geologie durch Granite im Untergrund geprägt ist. Es kann auch in natürlichen Baumaterialien wie Lehm in höheren Konzentrationen vorkommen.

Wie gefährlich ist Radon?

Radon selbst ist nicht schädlich, sondern die Alphastrahlung während des natürlichen Zerfalls. Dabei schädigt Alphastrahlung, die außen auf den Organismus trifft, den Körper nahezu überhaupt nicht. Eine deutlich größere Gefahr besteht, wenn sich der Alphastrahler (das Radongas) im Körper befindet. Im Falle von Radon geschieht dies durch das Einatmen.

Etwa fünf Prozent der Lungenkrebsfälle in Deutschland gehen auf Radon zurück. Damit ist es die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs nach dem Rauchen.

Da Radon schwerer als Luft ist, kommt es vorwiegend in Kellerräumen zu einer Anreicherung. Im Allgemeinen reduziert sich die Konzentration von Radon in den oberen Stockwerken eines Gebäudes. Davon ausgenommen sind eventuelle Belastungen, die durch natürliche Baustoffe wie Lehm entstehen.

2018 schätzen Wissenschaftler bei einer Untersuchung für das „Deutsche Ärzteblatt“ wieviele Krebserkrankungen vermeidbar gewesen wären. Danach sind bis zu 3200 Krebserkrankungen durch Radon im Gebäude vermeidbar.

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Vermeidbare Krebsfälle

Befinde ich mich in einer Risikoregion?

Im bundesweiten Vergleich finden sich die höchsten Radonkonzentrationen im Boden in Thüringen, Sachsen und Bayern. In Thüringen zeigt besonders der westliche Thüringer Wald im Dreieck Eisenach-Ilmenau-Suhl eine erhöhte Radonbelastung im Boden.

Welche Grenzwerte gibt der Gesetzgeber vor?

Das Strahlenschutzgesetzt gibt einen Referenzwert 300 Bq/m³ für die Raumluft an. Das heißt pro Sekunde sollen in einem Kubikmeter Raumluft maximal 300 Radon-Atome zerfallen.

Als Richtwert gibt die WHO einen Wert von 100 Bq/m³ für die Raumluft an.

Was kann dagegen getan werden?

Zunächst gilt es zu klären, ob überhaupt Handlungsbedarf besteht. Da die Radonkonzentration durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird (z.B. chemische Zusammensetzung der Gesteine im Untergrund, Luftdurchlässigkeit des Untergrundes, Bauwerkszustand, Betongüte und -alter, vorhandene Wegsamkeiten für das Gas u.v.m.) kann aus den Übersichtskarten nicht direkt auf die Belastung im Gebäude geschlossen werden. Es empfiehlt sich immer die direkte Messung im betreffenden Raum bzw. Gebäude. Hierfür wird für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten ein zeitauflösendes Messgerät eingesetzt, welches in bestimmten Abständen die Radonkonzentration in dem entsprechenden Raum erfasst.

Für private Bestandsgebäude sieht das Strahlenschutzgesetz keine Pflicht zum Handeln vor. Eigentümer und Bewohner können auf freiwilliger Basis Maßnahmen ergreifen, um die Radonkonzentration im Gebäude zu reduzieren. In einem Gutachten vom 12.05.2005 kommt die Strahlenschutzkommission des Bundesumweltministeriums zu dem Schluss, dass im „Bereich von 100 bis 200 Bq/m³ eine statistisch signifikante Erhöhung der Lungenkrebsrate durch Radon gegeben ist“.

Liegt der langfristige Mittelwert über 300 Bq/m³, so werden Maßnahmen, um die Konzentration von Radon in Gebäuden zu verringern, dringend empfohlen. Im Folgenden können dies sein:

  1. Lüften: Regelmäßiges Lüften zur Tagzeit im Abstand weniger Stunden kann die Radonkonzentration in der Raumluft stark verringern.
  2. Abdichten: Da ein nachträgliches Abdichten von Gebäuden meist nur eine mäßige Verringerung der Radonkonzentration zur Folge hat, bezieht sich dieser Punkt in erster Linie auf Neubauten, Hierbei kann mit Hilfe einer radondichten Ausführung der Bodenplatte (Weiße oder Schwarze Wanne) ein umfassender Radonschutz realisiert werden.
  3. Wegführen: Mit Hilfe von Drainagerohren kann unterhalb oder in der direkten Umgebung von Gebäuden Radon gesammelt und mit Hilfe von Ventilatoren weggeführt werden. Ein mit grobem Korn gefüllter Schacht, aus dem Bodenluft angesaugt und abgeführt wird, wird als „Radonbrunnen“ bezeichnet.
  4. Überdruck-Belüftung: Mit Hilfe einer Lüftungsanlage, die mehr Zuluft als Abluft fördert, wird ein nahezu radonfreies Gebäude erreicht. Alternativ kann dies durch einen separaten Ventilator geschehen, der dem Gebäude bzw. Raum Luft zuführt.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zum Thema Radon und Radonmessungen? Dann Kontaktieren Sie uns.

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Ansprechpartner:

Dipl. Geol. Sascha Fürstenberg
Projektingenieur

Stand: 11/2019